Studienbestand: 
Datenbank AIS Fallstudien
StudyID: 
s0118
Letze Aktualisierung der Studie: 

Erwerbsintegration und Geschlechterpolitik

Beteiligte Mitarbeiter
Nickel, Hildegard Maria
Institutioneller Anbindung
Humboldt Universität Berlin
Gefördert durch
DFG-Projekt: "Frauen im betrieblichen Transformationsprozeß der neuen Bundesländer. Zu weiblichen Handlungsoptionen in der Finanzdienstleistungs- und Verkehrsbranche".
Studienlaufzeit
1996-1999
URL zur Studie
Kurzbeschreibung

Zentrale These: 'Die Erwerbsintegration von Frauen ist ein Maßstab dafür, ob der Übergang in eine nachindustrielle Dienstleistungsgesellschaft, die auf der Kreativität und Leistungsbereitschaft möglichst vieler Menschen beruht und die zugleich Bindung und gesellschaftlichen Zusammenhang stärkt, gelingt' (S. 1).

Ziel

Gestaltungsperspektiven für die Erwerbsintegration von Frauen eruieren.

Theoriebezug
Übergang von Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaft; Flexibilisierung und Reorganisation von Arbeit (z.B. Sauer/Döhl 1997, Peters 2000, Voß/Pongratz 1998); Kompabilität von Beruf und Familie, bzw. Geschlechterverhältnisse im Spannungsfeld zwischen Erwerbs- und Reproduktionsbereich (z.B. Ostner 1995, Krüger 1995; Dölling 1998, Nickel 1995, Peinl/Völker 2001); Individualisierung (Diezinger 1991); aktuelle gesellschaftliche Wandlungsprozesse als 'doppelte Transformation' (Nickel/Völker/Hüning 1998).
Geografischer Bezug
Deutschland
Informationen zur Datenerhebung
1.) 47 leitfadengestützte Experten- und Beschäftigteninterviews; 2.) Dokumentenanalyse
Fallzahlen
1 Fall = Deutsche Bahn AG
Falldarstellung
Das Unternehmen und sein Umbau werden skizziert, ebenso die Beschäftigtensituation (S. 7f.).
Selbstdefinition
Der Begriff "Fallstudie" wird nicht verwendet.
Auswahl
Deutsche Bahn AG; Finanzdienstleistungs- und Verkehrsbranche. Sample der Befragten nach Geschlecht, Ost-West-Herkunft, Alter und Tätigkeitsbereichen. Interviews vorwiegend im Zentralbereich der Bahn in Sachsen-Anhalt und Berlin-Brandenburg
Überblick Methoden
'Das DFG-Projekt bevorzugte einen qualitativen Forschungsansatz. Mit ihm wurde angestrebt, der betrieblichen Wandlungsdynamik durch Forschungsflexibilität im Sinne der Offenheit für 'überraschende' empirische Daten und Einsichten zu entsprechen' (S. 18). Reflexion der Leitfadenkonstruktion (ebd.), ebenso der Dokumentenanalyse als ein 'zwingend notwendiges methodisches Instrument für die Konturierung der sich schnell wandelnden arbeits- und organisationsbezogenen Unternehmensentwicklungen' (ebd.).
Auswertung
Verschriftlichung mit Textanalyseprogramm WinMAX eingelesen und mit inhaltlichen Suchwörtern verschlagwortet (S. 18).
Ergebnisse
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Flexibilisierungen und Restrukturierungen im betrieblichen Geschlechterverhältnis der Deutschen Bahn durch "Uneindeutigkeit" gekennzeichnet sind (S. 12): Zum einen werden beispielsweise traditionelle Zuschreibungen benutzt, um Schließungs- und Ausgrenzungstendenzen entlang der Geschlechterlinie zu "naturalisieren" und damit zu legitimieren; zum anderen modernisiert sich das Unternehmen unter Anrufung weiblich konotierter Dienstleistungs-Qualifikation". Die erwerbsintegrativen Effekte sind daher "hochgradig zwiespältig" (S. 14)

Datensätze / Materialien

Relevante Publikationen

  • Nickel, H.M. (1999): Erosion und Persistenz..
    Nickel, H.M.; Völker, S.; Hüning, H.: Transformation - Unternehmensreorganisation - Geschlechterforschung. Opladen: Leske+Budrich.
  • Hüning, H. (2001): Erwerbsintegration und Geschlechterpolitik.
    In: Bulletin-Texte Nr.22, Erwerbsintegration und Geschlechterpolitik (S. 1-23). Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung, Berlin